Was ist Ransomware? Bei Ransomware handelt es sich um eine Art von Malware (Schadcode), die Dateien verschlüsselt und manchmal stiehlt. Um wieder auf die Daten zugreifen zu können, muss ein Lösegeld gezahlt werden, das meist in einer Kryptowährung zu entrichten ist. Bei Ransomware-Angriffen wird den Opfern in der Regel der Zugriff auf ihre Daten verwehrt, sofern kein Lösegeld gezahlt wird. Nach Ablauf der Frist können die Daten unwiederbringlich verloren sein. Der Betrag, den die Cyberkriminellen für den Entschlüsselungsschlüssel verlangen, kann zwischen mehreren Hundert und einigen Millionen Dollar liegen.

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Die Geschichte der Ransomware und eine Zunahme der Angriffe

Zwar setzen Cyberkriminelle bereits seit mehr als drei Jahrzehnten Ransomware ein, doch in den letzten Jahren war ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Nach Angaben des FBI nehmen Ransomware-Angriffe seit 2012 zu und eine Abschwächung des Trends ist nicht in Sicht. 

Früher ließen sich die Folgen von Ransomware-Angriffen, die den Rechner oder die Dateien eines Users blockierten, von geschulten Fachleuten leicht rückgängig machen. Doch in den letzten Jahren sind Ransomware-Angriffe raffinierter geworden und in vielen Fällen bleibt den Opfern kaum etwas anderes übrig, als das Lösegeld zu bezahlen oder ihre Daten für immer zu verlieren.

Einem Report von ThreatLabz zufolge wurde bei der Verbreitung von Ransomware über verschlüsselte Kanäle im Zeitraum März bis September 2020 ein Zuwachs um mehr als 500 % registriert. Laut Schätzungen haben Ransomware-Angriffe allein im Jahr 2020 weltweit Schäden von mehr als 20 Milliarden USD verursacht.

Bemerkenswert ist, dass aktuell viele Varianten von Ransomware um Datenexfiltration ergänzt werden. Mit dieser neuen Funktion können Cyberkriminelle vertrauliche Daten vor deren Verschlüsselung aus den betroffenen Unternehmen ausschleusen. Diese exfiltrierten Daten fungieren für die Angreifer als eine Art Versicherung: Selbst wenn die Opfer über ein gutes Backup-System verfügen, zahlen sie wahrscheinlich das Lösegeld, um die Offenlegung ihrer Daten zu vermeiden.

Zuvor richteten sich solche Angriffe vor allem gegen Kommunalverwaltungen und akademische Einrichtungen. Seit Beginn der COVID-19-Pandemie sind Krankenhäuser und Remote-Mitarbeiter vermehrt ins Visier von Ransomware-Kriminellen geraten. Darüber hinaus haben sich im letzten Jahr Berichte über Ransomware-Angriffe gehäuft, die mittels verschlüsseltem Traffic ausgeführt wurden.

Aufgrund der Kapazitätsbeschränkungen herkömmlicher Sicherheitstechnologien, z. B. Firewalls der nächsten Generation, sind die meisten Organisationen nicht in der Lage, den gesamten verschlüsselten Traffic zu überprüfen. Angreifer sind sich dessen bewusst und nutzen daher zunehmend Verschlüsselung, um ihre schädlichen Links und Anhänge zu verbergen.

Die beste Möglichkeit für Computernutzer, sich Ransomware – oder anderen Arten von Malware – gar nicht erst auszusetzen, besteht darin, vorsichtig und gewissenhaft zu sein. Wer etwas herunterlädt oder anklickt, muss angesichts der zunehmenden Gerissenheit derjenigen, die Malware einsetzen, vorsichtig sein.

Federal Bureau of Investigation (FBI) der USA

So funktioniert Ransomware

Ransomware wird üblicherweise durch Phishing-E-Mails und -Anzeigen mit infizierten Links oder durch gefälschte Websites mit eingebetteter Malware verbreitet. Phishing-E-Mails erwecken oft den Anschein, als kämen sie von einer seriösen Organisation oder (bei gezielten Angriffen) einer dem Opfer bekannten Person. Sie verleiten den User dazu, auf einen schädlichen Link zu klicken oder einen schädlichen Anhang zu öffnen.

Bei Ransomware-Angriffen auf Einzelpersonen werden am häufigsten Unterlagen, Fotos und Finanzinformationen gesperrt und „in Geiselhaft genommen“. Einzelpersonen sind zwar unter Umständen ein leichteres Ziel, doch Unternehmen – insbesondere größere Organisationen – sind weitaus attraktiver. Wenn Angreifer nur einen Mitarbeiter dazu bringen können, die Malware herunterzuladen, kann sich diese über das Gerät dieses Users im Netzwerk ausbreiten, wo viel mehr auf dem Spiel steht. Ein Angriff kann nicht nur den Geschäftsbetrieb stören – die Gefahr des Verlusts oder der Offenlegung von Daten kann verheerend sein und sowohl in finanzieller Hinsicht als auch im Hinblick auf die Reputation einen hohen Preis fordern.

Auch wenn einige Organisationen in Cybersicherheitsversicherungen investieren, um die Kosten im Fall eines Cyberangriffs oder einer Datenpanne zu decken, ist Prävention im Hinblick auf Ransomware die beste Strategie.

Zum Schutz von Organisationen vor Ransomware-Angriffen empfehlen die CISA (Cybersecurity and Infrastructure Security Agency) und das FBI Folgendes:

  • Sicherheitskopien von Computerdateien anlegen, damit das System mithilfe von Backups in den vorherigen Zustand zurückversetzt werden kann.
  • Backups separat speichern, z. B. auf einer externen Festplatte oder in der Cloud, sodass sie nicht über ein Netzwerk zugänglich sind.
  • Rechner aktualisieren und Sicherheitspatches installieren, damit anfällige Anwendungen und Betriebssysteme nicht zu Angriffszielen werden.
  • Mitarbeiter durch fortlaufende, obligatorische Schulungen zum Thema Cybersicherheit weiterbilden, um zu gewährleisten, dass sie über aktuelle Bedrohungen und Best Practices im Bereich Sicherheit informiert sind. Sie sollten bei E-Mails – selbst im Fall bekannter Absender – vorsichtig sein und die Legitimität des Absenders prüfen, bevor sie Anhänge öffnen oder auf Links klicken.
  • Kontinuitätsplan erstellen für den Fall, dass die eigene Organisation einem Ransomware-Angriff zum Opfer fällt.

Ein Ransomware-Angriff kann für Personen oder Organisationen verheerende Folgen haben. Gefährdet ist jeder, der wichtige Daten auf seinem Rechner oder Netzwerk gespeichert hat, darunter staatliche Stellen, Strafverfolgungsbehörden, Gesundheitssysteme und andere wichtige Infrastrukturbereiche.

Cybersecurity and Infrastructure Security Agency der USA

Bei Ransomware-Angriffen geht es weniger um technologische Raffinesse als um die Ausnutzung menschlicher Schwächen. Kurz gesagt handelt es sich um die digitale Variante einer jahrhundertealten kriminellen Taktik.

Institute for Critical Infrastructure Technology

Abwehr von Ransomware-Angriffen

Moderne Technologien zum Ransomware-Schutz sind nicht nur hocheffektiv, sondern auch einfach zu implementieren. Zunächst müssen Unternehmen eine Cloud-native Sicherheitsstrategie einführen, um User, Anwendungen und sensible Daten standort- und geräteunabhängig vor Ransomware zu schützen.

Um mit den heutzutage am häufigsten auftretenden Ransomware-Bedrohungen Schritt halten zu können und zu verhindern, dass diese Angriffe Daten gefährden, das Geschäft stören oder Organisationen Zeit und Geld kosten, muss eine Präventionsstrategie die folgenden Prinzipien und Tools umfassen:

  • KI-basierte Sandbox zum Abfangen und Untersuchen verdächtiger Inhalte, bevor diese an den Empfänger weitergeleitet werden dürfen
  • Prüfung des gesamten SSL/TLS-verschlüsselten Traffics, um verborgene Bedrohungen auszuschließen
  • Implementierung ständig aktiver Schutzmechanismen für User innerhalb und außerhalb des Netzwerks

Kein Unternehmen, egal welcher Größe, ist vor Ransomware sicher, wenn es nicht über eine spezielle Abwehr verfügt. Aber mit der Unterstützung von Zscaler muss kein Unternehmen das nächste Opfer von Ransomware werden und aufgrund eines Angriffs in die Schlagzeilen geraten.

Ransomware-Schutz als dringende Priorität

Sicherheitsexperten und Medien sind sich einig: Ransomware wird nicht von der Bildfläche verschwinden. Mit Lösungen, die durch unübertroffene Skalierbarkeit und hervorragende Anwendererfahrungen überzeugen, hat Zscaler bereits Tausende von Organisationen bei der erfolgreichen Abwehr von Ransomware und anderen Cyberangriffen unterstützt.

Weitere Ressourcen zum Thema:

Sie möchten Ihre Organisation vor komplexer Ransomware schützen? Hier erfahren Sie mehr über den Ransomware-Schutz von Zscaler.

Weitere Ressourcen

  • Zscaler ThreatLabz: Sicherheitsforschung

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  • ThreatLabz Research: Report zum Status verschlüsselter Angriffe 2021

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  • Zero Trust ermöglicht den weltweit effektivsten Schutz vor Ransomware

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  • Risiko Ransomware und Doppelerpressung: So lassen sich Unternehmensdaten zuverlässig schützen

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